In der neuen Filiale von Shawarmery in München hängen über der Theke vier Bildschirme, hochkant. Ich habe sie im Sommer eingerichtet: eine eigene App auf den Samsung-Displays, ein Server im Schrank und ein Dashboard, in dem der Laden festlegt, was wann läuft.
Wer dort bestellt, wartet ein paar Minuten auf seinen Dürüm. Fast alle schauen in der Zeit aufs Handy. Mich hat die Frage nicht losgelassen, wie man diese Minuten mit dem Laden verbringt statt mit irgendeinem Feed.
Einen ersten Versuch gibt es schon. Das Dashboard kann einen QR-Code einblenden, der zu Kingsley Run führt, einem kleinen Spiel fürs Handy. Das funktioniert, aber jeder spielt für sich. Der große Bildschirm bekommt davon nichts mit.
Die Runde läuft auf dem Bildschirm
Die Live-Arena dreht das um. Das Spiel läuft auf einem der Menüboards, und alle im Laden sehen dieselbe Runde. Mal ist ein Ding im Raster versteckt, mal soll man zählen, wie oft etwas vorkommt, mal eine Person wiederfinden.
Mitspielen geht über den QR-Code: scannen, Spitznamen eintippen, fertig. Kein Konto, keine App. Wer richtig liegt, steht ein paar Sekunden später mit seinem Namen auf dem großen Bildschirm.
Am Handy sieht man dasselbe Raster und tippt einfach auf das Feld, in dem man das Ding vermutet.

Dieselbe Runde auf TikTok
Richtig lebendig wird es, wenn der Laden gleichzeitig live geht. Dann läuft genau diese Runde auch im TikTok-Live. Wer zu Hause zuschaut, schreibt seine Antwort in den Chat, zum Beispiel „C4“, und landet mit Profilbild in derselben Bestenliste wie die Gäste an der Theke. Wer dem Laden folgt, bekommt zehn Punkte extra, wer das Live teilt, fünf.

Was ein Laden davon hat
- Das Warten wird kürzer. Nicht wirklich, aber es fühlt sich so an. Wer spielt, schaut nicht auf die Uhr, und wer knapp verloren hat, will noch eine Runde.
- Ein Grund, dem Laden zu folgen. Eine Wochenbestenliste mit einem kleinen Preis, zum Beispiel einem Gratis-Dürüm für den Sieger, holt Leute zurück.
- Ein Live, das sich selbst füllt. Niemand muss ein Video schneiden oder sich ein Programm ausdenken. Das Spiel ist das Programm, die Gäste spielen mit.
Was man wissen muss
Neue Bildschirme braucht es nicht. Die Arena ist eine Webseite, und die Samsung-Displays öffnen sie im eingebauten Browser.
Eine Sache musste ich selbst erst lernen: Ein Live, in dem nur ein Spiel läuft, ohne Ton und ohne Menschen im Bild, hat TikTok bei mir nach kurzer Zeit gesperrt. Deshalb hat die Arena inzwischen Ton und auf Wunsch ein kleines Kamerabild. Wie mein erster Test lief, habe ich in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben.
Ausprobieren
Die Arena läuft auf meiner Seite: kingsley-ym.de/live. Wie sie in einem Restaurant aussehen kann, zeige ich auf der Seite zur Live-Arena für Restaurants.


