Anleitung · 1. Oktober 2026

Google Takeout: So lädst du deine Daten und Uploads herunter

Google Takeout holt deine Daten aus Google zurück: Fotos, Mails, Drive und eigene YouTube-Music-Uploads. Schritt für Schritt, am Beispiel meiner Songs.

2017 habe ich Musik gemacht, unter dem Künstlernamen LK24. Die Songs habe ich später über den Mac in meine Mediathek bei YouTube Music hochgeladen. Dort liegen sie bis heute, und ich kann sie jederzeit hören.

Neulich wollte ich einen davon weitergeben. Die Originaldateien hatte ich nicht mehr griffbereit. Also habe ich auf dem iPhone die App von YouTube Music geöffnet und nach einem Weg gesucht, den Song herunterzuladen oder zu teilen. Für eigene Uploads gibt es beides nicht. Offline hören geht, aber eine Datei, die ich weiterschicken kann, gibt die App nicht heraus.

Der Weg zu meinen eigenen Songs führt über eine Seite von Google, von der ich bis dahin nie gehört hatte: Google Takeout.

Warum die App nicht weiterhilft

Hochladen geht bei YouTube Music nur am Computer, über music.youtube.com. In der App fürs Handy sind Uploads laut Google gar nicht möglich. Was du hochlädst, hörst nur du. Andere können deine Uploads nicht abspielen, auch dann nicht, wenn sie in einer Playlist stecken, die du teilst.

Beim Hochladen ist das ein Vorteil, beim Zurückholen ein Problem. Die Mediathek ist privat und bequem. Aber sie ist kein Ordner, aus dem du etwas herausnimmst.

Was Google Takeout ist

Google Takeout ist eine Seite, auf der du eine Kopie deiner Daten aus Google-Diensten herunterlädst. Auf Deutsch heißt sie Google Datenexport, die Adresse ist takeout.google.com. Du wählst aus, welche Dienste du brauchst. Google packt die Daten in ein Archiv und schickt dir einen Link.

Wichtig vorweg: Beim Herunterladen wird nichts gelöscht. Deine Daten bleiben in deinem Konto, du bekommst nur eine Kopie.

Schritt 1: nur die Musik auswählen

Am besten machst du das am Computer. Google empfiehlt ihn ausdrücklich zum Herunterladen und Öffnen des Archivs, nicht das Handy.

  • Melde dich in deinem Google-Konto an und öffne takeout.google.com.
  • Google hat schon alle Dienste angehakt, die du benutzt. Wähle oben „Alle abwählen“.
  • Scroll zu „YouTube und YouTube Music“ und setz dort den Haken.
  • Darunter sitzt ein Knopf, der festlegt, welche Daten dazugehören. Öffne ihn und lass nur den Haken bei „Musik-Uploads“ stehen.
  • Klick auf „Nächster Schritt“.

Warum so wenig? Wie lange der Export dauert, hängt laut Google von der Datenmenge ab. Wählst du nur die Musik-Uploads, bleibt das Archiv klein.

Schritt 1 von 3

Nur das auswählen, was du brauchst

Schematisch nachgebaut. Die echte Seite kann anders aussehen.

Schritt 2: den Export erstellen

Jetzt legst du fest, wie das Archiv zu dir kommt. Für einen einzelnen Download reicht das:

  • Übermittlung: „Downloadlink per E-Mail senden“. Google kann das Archiv stattdessen auch in Drive, Dropbox, OneDrive oder Box ablegen.
  • Häufigkeit: einmal.
  • Dateityp: ZIP. Eine ZIP-Datei öffnet fast jeder Computer. Für TGZ brauchst du unter Windows eventuell ein Zusatzprogramm.
  • Größe: Ist das Archiv größer als die gewählte Grenze, teilt Google es in mehrere Dateien auf. Mit 50 GB passiert das seltener.

Dann klickst du auf „Export erstellen“. Ab hier heißt es warten. Laut Google dauert der Export ein paar Minuten bis einige Tage. Meistens kommt der Link noch am selben Tag.

Schritt 2 von 3

Export erstellen, dann auf die Mail warten

Schematisch nachgebaut. Die echte Seite kann anders aussehen.

Schritt 3: herunterladen und entpacken

In der Mail klickst du auf „Archiv herunterladen“. Eventuell fragt Google dann noch einmal nach deinem Passwort. Hast du die Bestätigung in zwei Schritten eingeschaltet, kommt noch ein zweiter Schritt dazu. So stellt Google sicher, dass nur du deine Daten herunterlädst.

Zwei Grenzen solltest du kennen. Das Archiv läuft nach ungefähr sieben Tagen ab. Und du kannst es höchstens fünfmal herunterladen. Danach forderst du einfach ein neues an. Weg ist dann nur der Link, nicht deine Daten.

Nach dem Entpacken liegt im Archiv eine Datei namens archive_browser.html. Öffne sie im Browser. Sie erklärt, welche Dateien im Archiv liegen und wie du sie öffnest. Deine Songs suchst du im Teil für YouTube und YouTube Music, bei den Musik-Uploads.

Schritt 3 von 3

Das Archiv entpacken

Schematisch nachgebaut. Die echte Seite kann anders aussehen.

Wofür Takeout noch gut ist

Ich bin über meine alten Songs auf Takeout gestoßen. Es gibt aber viele Gründe, eine Kopie der eigenen Daten zu haben. Laut Google gehören dazu unter anderem Mails, Dokumente, Kalender, Fotos und YouTube-Videos.

  • Fotos sichern. Deine Bilder aus Google Fotos landen als Dateien bei dir. Willst du zu einem anderen Dienst wechseln, kann Google eine Kopie auch direkt dorthin übertragen. Auch dabei bleibt alles in deinem Konto.
  • Vor dem Löschen des Kontos. Google rät auf der Hilfeseite zum Löschen, vorher herunterzuladen, was du behalten willst. Liegt dein Archiv in Drive, musst du es vor dem Löschen woanders hin verschieben.
  • Wenn ein Konto lange ruht. Ein privates Google-Konto, das zwei Jahre lang nicht benutzt wird, kann Google löschen. Vorher schickt Google eine Warnung an das Konto und an die Adresse zur Wiederherstellung.
  • Als Sicherung. Kommst du aus irgendeinem Grund nicht mehr an dein Konto, liegt die Kopie trotzdem bei dir.
  • Gmail. Zum Download gehören laut Google der Inhalt deiner Mails, ihre Anhänge und deine Labels.
  • Chrome. Lesezeichen, Verlauf, Erweiterungen, Suchmaschinen und Einstellungen gehören zum Export. Passwörter nicht. Die exportierst du im Google Passwortmanager als CSV-Datei. Lösch diese Datei danach, denn jeder mit Zugang zu deinem Rechner kann sie öffnen.
  • Kontakte. Google exportiert sie im Format vCard, das viele Mailanbieter unterstützen.

Beim Standortverlauf ist es anders. Die Zeitachse von Google Maps stammt laut Google direkt von deinem Gerät. Verwalten kannst du sie in Google Maps.

Übrigens musst du das nicht jedes Mal von Hand machen. Wählst du statt eines einmaligen Archivs den geplanten Export, erstellt Google ein Jahr lang alle zwei Monate automatisch ein neues Archiv. Das erste Archiv entsteht sofort.

Was du vorher wissen solltest

  • Einen Zeitraum kannst du nicht auswählen. Du bekommst immer alles, was im gewählten Dienst liegt.
  • Was du änderst, während der Export läuft, fehlt im Archiv vielleicht.
  • Bei einem Konto von der Arbeit oder der Schule entscheidet die Verwaltung, ob du Daten herunterladen darfst.
  • Klappt der Export nicht, wähl weniger aus und versuch es noch einmal. Das empfiehlt auch Google.

Nachlesen kannst du alles in Googles Hilfe: Daten herunterladen, Musik bei YouTube Music hochladen, Fotos zu einem anderen Dienst kopieren, Konto löschen, inaktive Konten, Daten aus Gmail, Daten aus Chrome und Passwörter exportieren.

Der Weg zurück zu LK24

Meine Songs lagen die ganze Zeit in meinem Konto. Nur eben hinter einer App, die sie nicht herausgibt. Takeout ist der Umweg, den Google dafür selbst anbietet.

Wenn du bei Google etwas liegen hast, das du lieber auch selbst hättest, sind es drei Schritte: takeout.google.com öffnen, alles abwählen, nur das anhaken, was du brauchst.

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